Mit dem DRÖHNBÜTEL bieten wir Euch den viel gelobten Dauerbrenner der deutschen Fanzine-Landschaft an. Das Hopping- und HSV-Magazin wird von Fußballenthusiasten aus der Hansestadt Hamburg herausgebracht und geht mittlerweile in sein zwölftes Jahr. Und dabei muss man schon rufen: „Zum Glück!“

Denn das Machwerk der Gerner Bande, die sich aus dem Umfeld der ehemaligen Chosen Few Hamburg zusammensetzt, glänzt nicht nur mit launigen Geschichten über das Drumherum der schönsten Nebensache der Welt. Ob wilde Geschichten aus Südamerika, anständige Partys in England oder Reisen nach Asien, die Redakteure sorgen stets im viermonatigen Rhythmus für allerhand Gesprächsstoff.  Nach einem eingeforderten Namenswechsel durch das Hamburger Vorortmagazin „Klönschnack“ laufen die Eskapaden der Schreiberlinge seit Mitte der "Nuller" unter dem Titel „Dröhnbütel“ und eine wahre Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf, die selbst aus rivalisierenden Fanszenen regelmäßig höchste Bewertungen bekommt.

In der jetzt erscheinenden Ausgabe Nr. 37 dürfen sich die Leser auf sage und schreibe 29 besuchte Länder in einem Zeitraum von knapp fünf Monaten freuen! Mit dabei sind natürlich wieder die Erlebnisse des Scheiße-Profs aka Gayson Stanley, der sich weiterhin erfolgreich in Richtung soziale Isolation begibt, Jojos Kurztrips ans Ende der Welt und Polte Maggensees alkoholgeschwängerte Berichte vom Hamburger Amateurfußball und dem Balkan. Dazu warten auch (alte) neue Autoren mit ihren Reiseberichten auf, so zum Beispiel Kartoffel Zinser mit seiner Kroatien-Tour oder Janke, der von einem nicht ganz perfekt verlaufenen Trip in die Karibik zu berichten weiß – inklusive Mietwagenpanne im Nirgendwo und verpasstem Flug.

Wer sich das Elend, das hinter dem Dröhnbütel steckt, schon immer einmal selbst ansehen oder anhören wollte, der kann sich diesen lang gehegten Traum am Montag, den 20.06. ab 19.00 Uhr bei uns im Geschäft erfüllen, wenn die neue Ausgabe bei einer Lesung vorgestellt wird. Gerüchten zufolge beantworten die Autoren auch gern die Frage, warum der Dröhnbütel erneut den Preis erhöht hat. Kommt also vorbei auf ein paar launige Berichte aus der großen, weiten Welt des Fußballs und seid die ersten, die die druckfrische Ausgabe Nr. 37 in den Händen halten!

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Wer es jetzt schon kaum noch erwarten kann, für den haben wir hier schon eine kleine Leseprobe:

Morvant Caledonia United – San Juan Jabloteh   0:3
Mittwoch 09.03.2016, 15:00 Uhr, T&T Pro League (1.Liga Trinidad & Tobago)
Larry Gomes Stadium, Arima, Zuschauer: 40 (0 Gäste)

(Jahnke) Am Dienstagmorgen, ging es dann um 06:00 Uhr mit Caliban Airlines weiter nach Port of Spain auf Trinidad&Tobago. Trinidad ist die größte Insel der östlichen Karibik und liegt direkt vor der Küste Venezuelas. Besonders bekannt sind die Vogelschutzgebiete. Zudem verfügt Trinidad über die zweitgrößte Population an Lederschildkröten weltweit. Diesen kann man sogar an bestimmten Stränden nachts beim Eier legen zuschauen.

Der Flug und die Einreise verliefen schnell und easy. Lediglich Taxen waren am Airport keine aufzufinden. Einen direkten öffentlichen Transport gab es leider auch nicht. So musste ich dann mit dem einzigen zufällig gefundenen Taxifahrer vorlieb nehmen. Über meine Kontaktperson von Airbnb wusste ich, dass der Preis bis nach Tunapuna (halber Weg zwischen Airport und Port of Spain) 10 $ betragen sollte. Trotz mangelnder Alternativen konnte ich den Taxipreis nach harten Verhandlungen auf den von mir angepeilten Preis drücken. Trotz Einigung haderte der Fahrer (Marke: Rasta-Haare in der Mütze) die ganze Zeit über weiter. Wir fuhren los und ich schnappte mir die Tageszeitung, die bei ihm im Auto rum flog. Voller Entsetzen musste ich feststellen, dass der Verband das anvisierte Spiel für den Abend am Tag vorher einen Tag nach hinten auf Mittwochnachmittag verschoben hatte. So ein Mist. Sollte morgen früh um 07:15 doch schon mein Weiterflug nach Aruba gehen.

Dem Taxifahrer hatte ich mittlerweile von meiner Absicht ein Spiel zu besuchen erzählt, um ihn mit einer möglichen Fahrt am Nachmittag ruhig zu stellen. Er telefonierte mit einem Freund von ihm, der angeblich ziemliche Ahnung vom Fußball in Trinidad hat. Dieser bestätige allerdings nur die Verschiebung und konnte auch von keinem anderen Spiel heute berichten. Ich verließ das Taxi an der Airbnb-Wohnung und wir verabredeten ein erneutes Treffen für den Nachmittag. Er würde mir ein gutes Spiel noch raus suchen...

Nach dem Besuch eines Einkaufszentrums und der dortigen Nahrungsaufnahme (Hähnchen + Pommes) zusammen mit meiner Gastgeberin Tieffanie, bestieg ich dann wieder das Taxi. Nach ausführlicher Internet-Recherche, war für heute kein einziges Spiel aufzutreiben. Umso mehr verwunderte mich die Aussage des Taxifahrers, dass er ein super Spiel für den Abend klar gemacht hätte. Er würde mich da jetzt hinfahren wollen. Ich roch zwar schon die geplante Abzocke, aber mangels Alternativen ließ ich mich auf den Deal ein. So gab der Fahrer mir erst noch eine Rundfahrt durch Port of Spain, auf der ich alle relevanten Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekam. Dies sind vor allem Stadien. So war alle hundert Meter zwischen Tunapuna und Port of Spain ein neuer Fußballground mit Tribüne vorhanden. Meistens zwei direkt nebeneinander liegende Plätze, die in der Mitte durch eine von beiden Seiten nutzbare Tribüne getrennt waren. Insgesamt waren es auf der ca. 20 minütigen Fahrt nach Port of Spain über zehn Plätze, die ich gesehen habe [Anm. d Korr.: Jack Warner lässt eben grüßen!].

Die Fahrt endete vorläufig vor einem großen Fußballplatz, auf dem ebenfalls eine große Tribüne stand. Und tatsächlich herrschte ein reges Treiben auf dem Platz. Allerdings nur Training von verschiedenen Jugenden. Ich vergewisserte mich nochmals, aber leider wurde auch hier nur bestätigt, dass heute in keiner Liga ein Spiel stattfinden wird. Also ließ ich mich zurück ins Apartment fahren. Dies gestaltete sich aber schwieriger als gedacht, da der direkte Weg nicht möglich war. Dieser führte nämlich durch ein Viertel, dass die Polizei aufgegeben hat und von Drogenbanden kontrolliert sind. Da diese nicht gut auf Herren mit Rasta-Frisur zu sprechen sind, machen sie mit denen einfach kurzen Prozess. Da mein Fahrer heute aber anscheinend keine Lust hatte, den Löffel abzugeben, und ich auch nicht auf Entführungen stehe (wurde auf Barbados vor Entführungen von Weißen auf Trinidad gewarnt), fuhren wir einen kleinen Umweg und erreichten dann easy das Apartment.

Da wir mittlerweile gute Buddys waren, bestellte ich nach mindestens fünffacher Bestätigung der Abfahrtszeit den Kollegen für den kommenden Morgen um 04:45 zu meinem Apartment. Dreimal dürft ihr raten, wer nicht erschien... Trotz dreimal anrufen und 20min warten tauchte er nicht auf und ging auch nicht an sein Handy. So gibt es halt kein Trinkgeld für den vorherigen Tag. Ich fragte kurzerhand einen Anwohner, der gerade aus dem Haus kam, ob er mich fahren konnte. Da er noch eine andere Dame abholen wollte und sie ebenfalls zum Flughafen bringen wollte, passte ihm das ganz gut. Dies entpuppte sich als 20minütiger Umweg (one-way) in die komplett falsche Richtung. Kurz nachdem wir nach etlichen Minuten des Wartens die eigentlich vorhergesehen Passagierin eingesammelt hatten, fiel ihr ein, dass sie ihren Laptop vergessen hatte. So mussten wir nochmal umkehren. Da es mittlerweile hart an der Grenze war, den Flug noch zu erreichen (ich musste noch einchecken, war online nicht möglich), gab der Fahrer nun richtig Gas auf der Autobahn. 10min vor Ankunft verlangsamte sich aber plötzlich die Fahrt und der rechte vordere Reifen war hinüber. So eine Scheiße.

Hektisch schnappte ich mir meinen Rucksack und sprang aus dem Wagen auf den Standstreifen. Ich versuchte nun jedes vorbei fahrende Auto anzuhalten, was mir nach ca. 3min auch gelang. Ich offerierte dem Opa ein mehr als gutes Trinkgeld, wenn er das Maximum aus seiner Kiste raus holen würde. Dies tat er auch. Nach einem letzten Sprint im Terminal stand ich dann vor einem verlassenen Check-in Schalter nach Aruba. Sorry we are closed! Alles Fluchen und Ärgern half nix. Der Vogel hob ohne mich ab. Da es am ganzen Airport keinen Schalter zum Umbuchen gab oder um neue Tickets zu erwerben, musste ich mich mit der online Recherche begnügen. Zum Glück gab es free Wifi. So gab es lediglich eine Möglichkeit am Abend mit Carribean Airlines über Suriname und Curacao nach Aruba zu fliegen. Leider inklusive eines stop-overs am Flughafen von Paramaribo. Das ganze zum Schnäppchenpreis von 330€. Bei neun von zehn Buchungsportalen ging dann die Buchung eines Fluges für denselben Tag nicht mehr durch und so verdienten die Abzocker von Opodo noch ein paar Taler mit dieser Buchung.

3min nach Buchung hielt ich dann allerdings auch schon den Boardingpass in der Hand. Im Gegensatz zu InselAir konnte ich hier nämlich online einchecken. Nächster positiver Nebeneffekt, ich konnte das Spiel am Nachmittag noch schauen. Um die Zeit bis dahin herum zu bekommen und nicht mehr auf unzuverlässige Taxifahrer angewiesen zu sein, entschied ich mich dazu einen Mietwagen für den Tag über zu nehmen. 20min später und 35€ weniger in der Tasche, wanderte meine Unterschrift auf einen Vertrag und ich erhielt die Schlüssel. Die Dame von der Vermietung wies mich mehrmals darauf hin, dass der Tank niemals unter ¼ fallen dürfe, da es sonst zu Problemen kommt. Also stürzte ich mich in den Linksverkehr und tankte die Karre erst mal voll. Mein Plan war es, am nordwestlichen Ende der Insel eine Bucht zu besuchen, in der man Delfine und Schildköten sehen kann. Erstere ließen sich aber leider nicht blicken und so genoss ich das Schnorcheln mit ein paar sehr scheuen Schildkröten. Weiter wollte ich dann die nördliche Küstenstraße entlang nach Osten zu fahren, um dann in der Mitte der Insel nur noch ca. 35km nach Süden bis zum Ground fahren zu müssen.

Die Küstenstraße erreichte man nach ca. 10min des Bergauffahrens durch sämtliche Serpentinen. Hier regierte noch Mutter Natur und die Straße war von riesigen Bäumen und Lianen umgeben. Der Verkehr wurde immer weniger und so konnte ich einige Male anhalten und die super Aussicht von hier oben, von der Steilküste hinunter auf das Wasser genießen. Die Strecke ging wieder ein Stück hinunter und nahezu alle anderen Autos hielten an dem rieseigen Strand an, der für seine Lederschildkröten bekannt ist. Da diese aber nur nachts ans Ufer kommen, fuhr ich weiter. Nach ein paar Minuten kam aus der Klimaanlage immer weniger kalte Luft raus und ich fuhr mit offenem Fenster weiter. Als die Straße in einer Linkskurve eine ordentliche Steigung vollzog, fing der Wagen urplötzlich an zu streiken. Ich drückte aufs Gaspedal, aber nichts passierte. Der Wagen stotterte ein bisschen und fuhr dann ganz langsam weiter.

Allen Personen aus der KFZ-Branche empfehle ich, ab jetzt eine Seite zu überspringen, um sich nicht den Spekulationen und Mutmaßungen einer Person hinzugeben, die einen Motor mit geöffneter Motorhaube zuletzt bei der Fahrprüfung gesehen hat.

Mittlerweile befand ich mich weit außerhalb des letzten Dorfes und war von Wald umgeben. Es gab in der Tat bessere Plätze für eine Motorpanne. Ich hielt an, schaltete den Motor in den Leerlauf, damit er nicht ausgeht, und stieg aus. Ein zufällig vorbei kommendes Auto hielt ich kurzerhand an und fragte, ob sich jemand mit Autos bzw. Motoren auskennt. Da es zwei Frauen waren, war dies natürlich nicht der Fall. Sie empfahlen mir aber, noch ca. 10-15min weiter zu fahren, denn dann sollte das nächste Dorf folgen. Dort sei auch eine Polizeistation, bei der mir bestimmt weiter geholfen werden könne.

Also fuhr ich wieder los. An jedem Hügel hatte ich das Gefühl, als ob das Auto gleich ausgeht. Nach ein paar Minuten sprang dann auch die Öllampe an und signalisierte starken Ölmangel. Ich fuhr gerade einen größeren Hügel hinauf, überquerte die Kuppel, als der Motor ausging. Zum Glück war hier auch der Dorfbeginn von Blanchisseuse und der Wagen rollte exakt bis vor die Polizeistation.

Auf der anderen Seite war ein Gebäude, vor dem eine Gruppe von Fischern saß, die Netze flickten und Motoren reparierten. Also ging ich direkt mal rüber und berichtete von meinem Problem. Die Fischer empfahlen mir, 200m weiter am Kiosk Öl zu kaufen und nachzufüllen. Das tat ich auch. So verschwand die erste Dose Öl im Motor. Allerdings war damit das Problem noch nicht gelöst. Der Motor sprang auch weiterhin nicht an. Die Fischer zuckten nur ratlos mit den Schultern und schickten mich zur Polizeiwache hinein. Hier saß der Dorfsheriff an seinem Schreibtisch und spielte entspannt ne Runde PlayStation. Diese stand ganz offensichtlich dauerhaft auf seinem Tisch. Nachdem er seinen aktuellen Spielstand gespeichert hatte, konnte ich von meinem Problem berichten. Da aber auch er keinen Rat wusste, gab er mir ein Telefon und ich rief bei der Mietwagengesellschaft an.

Hier wusste natürlich auch niemand, was man tun könnte. Man könne mir einen Ersatzwagen schicken, aber das würde bis zum späten Abend mindestens dauern. Vielen Dank für nichts. Ich lehnte großzügig ab. Mittlerweile sah ich den Länderpunkt ziemlich in Gefahr. Blieben mir doch nur noch ca. 45min, bis ich hier abfahren müsste, um rechtzeitig zum Anstoß am Ground zu sein.

Den Bullen packte nach dem Telefonat dann der Ehrgeiz und er schaute sich das Problem einmal selbst an. Da auch er nichts sah, empfahl er, Kühlwasser nachzufüllen. Hierbei zeigte er sich äußerst hilfsbereit und stellte einen Kanister und Wasser zur Verfügung. So machte ich mich dann ans Nachfüllen und als der erste Tropfen den Kühler erreichte, fiel ein Problem auf. Es war alles viel zu heiß gelaufen und verdampfte teilweise sofort. Nachdem Wasser bis zum Anschlag nachgefüllt war, ließ sich der Motor auch starten. Allerdings war nun das Problem sichtbar. Ein Schlauch, der Wasser aus dem Motorblock leitete, hatte einen Riss und alles Wasser spritze nur so heraus. Dieses Problem zeigte ich dann wieder den Fischern. Ich berichtete zudem von meinem anstehenden Abflug heute Abend und dass ich langsam in Zeitnot geraten würde. So erbarmte sich dann einer der Fischer und nahm sich der Reparatur an.

Das Ganze gestaltete sich schwerer als gedacht. Bei knapp 40 Grad in der knallenden Mittagsonne, ohne Schatten. So ließ sich der defekte Schlauch erst nach knapp 20min lösen. Dann fuhr der Kollege mit seinem Auto los, um Ersatz zu organisieren. Weitere 15min später war er dann auch wieder da. Mittlerweile war die Grenze zum pünktlichen Anstoß bereits erreicht und ich wurde immer nervöser.

Als der geholte Ersatzschlauch dann nicht passte, wurde aus der Nervosität langsam Verzweiflung. Der Fischer hatte aber die gute Idee, einen vorhanden Schlauch aus dem Motorraum einfach zu kürzen (wieso nicht gleich diese Idee?). Dies funktionierte dann auch und nach insgesamt knapp 2h Aufenthalt in dem kleinen Dörfchen, war das Auto nun wieder komplett einsatzbereit. Ich bedankte mich bei allen und gab ihnen das restliche Geld, das ich noch dabei hatte (50€). Für so eine Reparatur und den starken Einsatz ein durchaus angemessener Preis, der sofort unter allen Fischern geteilt wurde.

Ich machte mich sofort auf den Weg, hatte ich doch bis zum Anstoß der zweiten Halbzeit nicht mehr allzu viel Puffer und 45min sollten es ja auf jeden Fall schon sein. Der Weg sollte mich nun ca. 35km durch das Gebirge hinunter in das Landesinnere bringen. Der Weg war eine Schotterpiste, die links und rechts von tiefstem Dschungel umgeben war. So fuhr ich zügig die Straße entlang und versuchte ein bisschen Zeit gut zu machen. Dabei blieb leider viel zu wenig Zeit, um die eindrucksvolle Natur zu bestaunen. Nach weniger als 10min war die schnelle Fahrt dann aber schon wieder zu Ende. Die Öllampe sprang schon wieder an. In diesem Moment fing mein Puls an zu rasen. Was passiert, wenn das Auto gleich wieder streikt?

Auf dieser Straße würde heute wohl kaum noch jemand vorbei kommen und eine Nacht im Dschungel zu verbringen, war nicht unbedingt meine Idealvorstellung. Also fasste ich den Entschluss die Lampe zu ignorieren und versuchte so weit wie möglich zu kommen. Das ging dann auch ganze drei Minuten gut. Dann gab es unter der Motorhaube einen Knall und es stieg weißer Rauch auf. Allerdings fuhr das Auto noch. So trieb ich es weiter durch die grüne Hölle und hoffte auf ein Wunder. Dieses folgte dann auch ein paar Kurven weiter in Gestalt von ein paar Holzhütten, die dort standen. Tatsächlich wohnten dort ein paar Arbeiter, die Strom und Telefonleitungen durch den Urwald zogen. Ich hielt sofort an und fragte nach Öl. Dies bekam ich auch sofort. Als ich die Motorhaube öffnete, wurde mir klar, dass ich es nicht mehr benötigen würde. Der Kühler war nämlich explodiert und vorne komplett aufgebrochen. Das kochende Wasser sprudelte raus und jeglicher Versuch die Karre noch zum Laufen zu kriegen war gestorben.

Ich berichtete von meinem Zeitdruck und dass ich sofort jemand benötigen würde, der mich in die Stadt fahren würde. Dies sollte auch klappen, denn es gab einen ortsansässigen Taxifahrer, der die Arbeiter von der Stadt hinauf in die Berge fuhr. Er trank noch schnell sein Bier aus, ich holte meine Sachen aus dem Wagen, ließ mir auf einem Zettel die Bezeichnung der Straße und des Dörfchens aufschreiben und schon saß ich in der nächsten Schrottkarre. Mein Chauffeur musste nämlich alle 30sekunden den Motor neu starten. Dieser ging ununterbrochen aus. Dass dies beim Bergab fahren auf Serpentinen ein heikles Unterfangen war, muss ich wohl nicht erwähnen.

Kurz bevor wir den Ground erreichten, drückte mir der Fahrer noch seine Visitenkarte in die Hand. Darauf war ein roter Ferrari mit einem Taxischild auf dem Dach, das in einer Wüste in den Sonnenuntergang fuhr. Noch nie war eine Visitenkarte so realitätsfremd. Ich kratzte mein allerletztes Geld zusammen und hoffte, dass ich zur 2. HZ keinen Eintritt mehr zahlen müsste. Der Fahrer ließ mich direkt vor dem Ground raus, ich sprintete über den Parkplatz zu einem offenen Seitentor, stand direkt dann direkt auf der Umlaufbahn, als ich der Pfiff zur zur 2. Hz ertönte. Das war knapp...

Der Ground selbst hat eine große überdachte Haupttribüne und um den Rest des Platzes zehn Reihen. Heute verirrten sich auf die Haupttribüne keine 50 Zuschauer und die wunderten sich über den abgekämpften Heinz mit Rucksack schon sehr. Langsam kaum auch mein Hunger zurück. Hatte der Stress das Gefühl vorher noch überdeckt, gab es nun die letzten zwei Schokoriegel, um zumindest etwas im Magen zu haben.

Das Spiel war relativ schlecht und ohne eine Zwischenstand zu wissen dazu auch noch ziemlich langweilig. So nutzte ich die Zeit für ein paar Groundfotos und um mich kurz zu erholen. Nach Abpfiff ging ich dann ohne Geld in der Tasche zur nächsten Hauptstraße und hielt erneut Autos an. Ein älterer Herr war so nett und fuhr mich zum Flughafen und wartete dort auch noch die Zeit, bis ich Geld am Automaten gezogen hatte.

Nun stand das heiklere Thema an: Mietwagen return. Meine Strategie sah wie folgt aus: Ich rechnete meine Kosten für den vollgetankten Wagen, die Reparatur und die zwei Taxifahrten zusammen, addierte sie zum Preis der Miete und forderte den gesamten Betrag ein. Zum Glück war anscheinend auch nur noch ein Azubi im Dienst. Erst sagte er mir das Geld zu, musste dann nur noch final das O.K. von seiner Chefin einholen. Diese ließ den Deal dann aber platzen. Ohne Auto auf dem Hof wird nichts gemacht. Also machte ich mich auf den Weg ins Terminal. Kaum im Terminal angekommen, kam die E-Mail mit der Abbuchung von 200€ von der Mietwagengesellschaft. Was für Wixxer. Diese Summe sollte sich nach meiner Ankunft in Deutschland zum Glück noch auf 60€ reduzieren, aber immer noch eine Unverschämtheit.

So verließ ich dann um 21:05 Uhr mit meiner Lieblings-Airline in der Karibik, Carribean Airlines endlich Trinidad & Tobago. Ankunft um 23:40 Uhr in Suriname, Weiterflug um 07:15 Uhr. Mahlzeit. Meine Überlegungen, den neutralen Boden des Airports zu verlassen und mir einen weiteren Stempel im Reisepass abzuholen, verwarf ich kurz vor der Einreise dann wieder. Man muss nämlich eine Touristcard erwerben. Bei dieser wurde am 01.03. eine Preiserhöhung von 25€ auf 100€ vollzogen. Sauer über diese Abzocke verbrachte ich dann die Nacht als einziger Passagier in der einzigen vorhandenen Abflughalle. Der Airport war insgesamt nur etwas größer als der in Lübeck. Zumindest lief die Klimaanlage und so konnte ich für ein paar Stunden die Augen schließen, bevor die ersten Passagiere erschienen und die Shops öffneten.

Mehr gibt es am Montag. Cheers!

P.S. Das der Textauszug ausgerechnet von Trinidad & Tobago handelt ist natürlich reiner Zufall und hat nichts mit dem gleichnamigen adidas Schuh zu tun, den wir verkaufen.